Be-Wegung

Wenn der unbewegte Beweger die Bewegten nicht mehr bewegt, ist er weglos.

Die reine Form ist unbewegt und deshalb vollkommen bei sich, sie ist dadurch Form der Form.

Das ist der Geist, der ohne Weg zur Ruhe kommt, doch die Wege der Welt bewegen wird.

Die Stille ist der Telos des Geistes, dadurch wird er ein in sich ruhender Geist.

Telos heißt Zweck und Ziel – aber auch ebensosehr Ende und Tod.

Was einen Weg noch hat, bewegt sich; was sich bewegt, das lebt.

Der Unbewegte aber, der über das Bewegte nachsinnt, verfolgt dessen Weg.

Der Weg ist das Ziel, das heißt der Weg ist der Telos; das Lebende muss sterben.

Einem bewegten Weg zu folgen heißt sich nicht zu bewegen, sondern dem Bewegten nach wegen.

Der, der den Weg nicht beschreitet, sondern ihn in einer Karte vermerkt, beobachtet das Seiende.

Nur der Ruhende überblickt die Karte, abstrahiert von dem Bewegten und macht sich so frei.

Doch seine Freiheit ist abstrakt, denn sie ist die einsame Stille, wesentlich tot.

Dieser Weglose ist der unbewegte Beweger – und was sich bewegt, bewegt auch ihn.

Seine Lage ist ausweglos – als Wegloser die Wege bewegen zu müssen.

So aber versteht er sie erst, weil der Geist auf der rohen Erde Wege baut.

Der unbewegte Beweger ist der kontemplative Geist, der in Ruhe die Architektur zeichnet.