Als der Deismus wahr wurde, ging Gott am sonntäglichen Abend durch die ausgestorbene Stadt und schleifte an den nackten Schaufenstern voller Waren vorbei. Er wusste selbst ganz gut, dass die Menschen keinen anderen Feind haben können als sich selbst und erblickte so mit Stolz die separatistischen Glasscheiben und wunderte sich bei einem Spielzeughändler wie sehr doch die kleinen Figürchen ihren großen Lebewesen ähnelten. Außer die Panzer, das war das Spielzeug für größere Kinder. Wenn die Menschen nur sich selbst zum Widersacher haben – wie verzerrt und vermittelt auch immer –, so stellt sich bloß noch eine sinngebende Frage: Wie soll ich herrschen? In dieser Stadt der Sinnlosigkeit musste diese Frage außerdem zusätzlich mit einer anderen und doch derselben zusammenfallen: Wie soll ich leben? Wissen sie, solche Fragen stellt sich aber nur ein Gott. Er sagt immer: Es gibt keine Fragen, die nicht beantwortet werden könnten. Wie zuversichtlich. Weil der einzige Mensch, den er wahrnehmen konnte, in das Hotel Aufbau abgestiegen ist, dort laut den Fernseher brummen ließ, versuchte er es mit der Beantwortung dieser Frage. Aber Stellen sie sich vor die Häuser stürzen im nächsten Moment, also jetzt, wie ein Kartenhaus in sich ein. Die Welt wird unheimlich. Die Menschen werden von ihren eigenen Bauten erschlagen, als ob ein Magenkrampf die Totgeburt zur Folge hätte. Aber es geschieht einfach nicht. Gott fragte sich: Was soll ich dazu sagen? Ich bräuchte schon Mitgötter, die mich erhörten und etwas zu meiner Antwort sagen könnten. Wenn nicht mal Gott eine Antwort auf diese Frage weiß, was sollen dann die Menschen darauf sagen? Was soll das alles? „Ich weiß es nicht. Ich habe keine Heimat. Ich denke ständig. Weil ich muss. Alles, was ich ihnen dazu sagen könnte, fände auf Dauer keine Heimat. Schweigen bringt uns wahrlich nicht weiter, oder zumindest woanders hin. Ich muss also sprechen. So lange all diese Häuser kraft meiner Vorstellung zum Einstürzen verdammt sind, werde ich weiterhin nicht wissen, wieso ich eigentlich spreche.“ Damit nahm Gott die nächste Lokomotive nach Hause, zog die Handbremse und stieg aus. Wutentbrannt fragte der Lokomotivführer Gott, wieso er denn die Handbremse ziehen musste. „Unsere Zeit lässt sich mit einem einzigen Wort auf den Begriff bringen: Naja. Ich hatte keine Zeit mehr und hatte es eilig. Sodann: Auf Wiedersehen, guter Mensch.“
Wenn Gustav liegt am Strand, dann friert er in der Nacht nur nicht, weil er Wein trinkt. Die Augen erst geschlossen, spielt das Symphonieorchester Beethoven – ja, es sind die Kompositionen in Moll. Wer hält schon das ganze Dur-Gedudel aus, wenn doch die Menschheit schläft? Eigentlich hasst er schon beide Tongeschlechter. Schon der Gedanke an ihre Charakteristik ist ein verschwendeter: Was soll er bloß zur Musik sagen? Sei sie froh? Sei sie traurig? Wissen sie, die Musik sollte befragt werden. Als guter Empiriker wusste Gustav stets sich seine Meinung an den Dingen selbst abzuholen. Was würde die Musik sagen? Musik, wie fühlen sie sich gerade? Sind sie gerade traurig weil sie mollig sind oder gar frohen Mutes bei anhaltendem Dur? „Ach, wissen sie, das ist mir scheißegal. Schaut euch eure Welt an, euer Hauen und Stechen. Dass ihr überhaupt noch ein Gefühl mit euren armen Alltagswörtchen ausdrücken könnt, das kann ich nicht verstehen. Ich, ich rausche nur für euch, wenn ihr es wollt.“ Niemand aber hat der Musik zugehört. Eine junge Dame summt Beethovens Neunte vor sich hin und erblickt Gustav. „Hallo, mein Herr. Was hält sie so spät noch wach? Begehren sie nicht die Wärme einer großzügigen Dame? Schauen sie her, ich finde sie sympathisch und hübsch bin ich doch selbst – als ob das ihre Augen nicht wüssten! Ich kann sie vervollständigen. Sehen sie nur, ihre Seele leckt ja! Sie sind doch nicht grundverloren. Stellen sie sich vor, ich flicke ihnen alle Wunden – sie kennen ja nicht einmal das Gefühl unverwundet zu sein.“ Gustav öffnet die Augen. „Sie sind so gut. Ich bin so schlecht.“ Eine Sternschnuppe eilt im Bogen am Himmel – wohin es sie nur treibt? So süße Augen schauen dies Schauspiel. Die Lippen falten ein Lächeln- welch Erbauung bloß eine Dame an Gustav anrichten kann. „Manchmal, wenn ich ein solches manches Mal erblicke, da denk‘ ich mir: Du Augenblick, komm‘ endlich zum Stillstand. Kein weiteres Moment mehr kann ich erdenken. Kein Wunsch mehr schleppt mich in die Zukunft. Kein Weh mehr erdrückt mich ins Gestern. Gottes Engel! Schreite zu mir, ich mag dich umfassen. Als Ganzes du lebst, mit mir mehr als das. Diese Nacht, das vergessen wir nie. Ich mit meinem Weine und du Muse siehst: Das Messer bei mir. Es steckt fest im Sand. Ich ziehe es raus, umfasse es ganz. Ich raube dir Leben und du grüßt den Tod. Als ob er mich kenne, mich und meine Not.“
Hören wir Sokrates-Platon zu, erklingt etwa zwei Jahrtausende später derselbe in der Philosophie der Moderne. Schon die zerstreuten und vielfältigen Erscheinungen in einer Idee zu denken und wiederum aus dieser Idee die Phänomene wieder in ihre Einzelteile zu zerlegen, erinnert heute an Hegels Dialektik von Allgemeinem und Besonderem. „Das Ganze“ hat hier schon Sokrates angestimmt, wenn er die Idee der Liebe in ihren Erscheinungen und ihrer selbst denkt – und Phaidros attestiert: „Du sprichst die volle Wahrheit“. Eine Andeutung an die Bewegung des Geistes schimmert in der Reflexion der Volksrede durch: „Wissen wir nicht vom eleatischen Palamedes, daß er mit Kunst spricht, so daß dem Hörenden dasselbe als gleich und ungleich, als eins und vieles, als ruhend und bewegt erscheint?“ (S.65, Reclam) – Dialektik in Rohfassung. Lesen wir dann aus dem 20. Jahrhundert die Dialektik der Aufklärung von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, so erscheint ihre dialektische Methode Aufklärung und Mythos zusammenzudenken – bei Platon Logos und Mythos – nicht fremd in der Philosophiegeschichte. Das älteste Systemprogramm des deutschen Idealismus erwähnt schon eine „Mythologie der Vernunft“. Aber Platons Methode Logos und Mythos nicht strikt voneinander zu trennen, sondern vielmehr als Lehrmodi zu gebrauchen, hat diesen Gedanken in der Antike schon aufgegriffen. Die Dialektik der Aufklärung klärt vielmehr, gefüllt mit Gesellschafts- und Kulturtheorie, die „Logik“ von Aufklärung und Mythos: Reziprozität. Damit theoretisieren sie Platons Praxis der Dialektik als Redekunst auf dem Weg zum Schönen.
Sicher, Phaidros, sind dir auch die Künstler des Klanges bekannt. Ein großartiger Redner vermag es sein Publikum wie der Musiker mit elegischer Einfühlsamkeit und dionysischer Feier harmonisch zu beglücken. Später wird man diese Harmonien wie Götter in Dur und Moll charakterisieren. So lauscht die Menge aufmerksam der gefühlten Trauer und bebt wie der populus beim römischen Festzug in erbaulicher Feier. Doch der gute Redenschreiber aber hat das Ganze im Blick, er lauscht zuerst Schönberg, der es vermochte alle 12 Töne in sein Stück unterzubringen. Das ist die volle Wahrheit weil kein Rest mehr vor allen diesen Tönen besteht. Doch wer mag sich Dissonanzen und Atonalität zur Rede wünschen? Ach, goldener Phaidros! Hier unter dem sagenhaften Baume am Ilisos erklingen wahrlich nur die schönsten Klänge, als ob sie die Sirenen selbst mit ihrem verzaubernden Gesang anstimmten. So also lass uns gehen, es wird langsam dunkel und die Zikaden belächeln uns schon in ihrer vollsten Gabe. Übermorgen erwarten wir eine Schlacht und morgen soll dafür eine große Rede gehalten werden.
Der willenlose Luftballon
Steigt auf der Mutter Erde.
Zwei Menschen tastend mit der Hand
Besteigen gleich die Berge.
Nur weit weg hundert Meter schon
Pulsiert Vulkangetöse.
Der stärkste Wille dann befiehlt:
Brech aus oh du Fontäne!
Es spuckt und ächzt, verschlingt so gern
Des Mutters Kopf Vulcano.
Auf dass das Schauspiel der Natur
Im Glück gebadet endigt.
Die Alltagssprache kennt eine „Verwirklichung des Individuums“ (Selbstverwirklichung als das am schwersten zu erreichende Bedürfnis bei Maslow) und meint damit einen Zustand von Glückseligkeit. Die Mode dieses Ausdrucks kann ich historisch nicht einordnen. Aber was dabei sofort ins Auge fällt, ist der Stamm Wirklichkeit: Das Individuum kommt in den Modus der Wirklichkeit, geht also identisch auf weil Wirklichkeit und Begriff übereinstimmen, damit Verwirklichung. Das Adjektiv jedoch kennt die Wirkung als wirklich und impliziert damit Einwirkung des Individuums, somit drückt es eine Praxis aus. Alleiniges Glück hat keine Substanz, da ist gesellschaftlich immer schon vermittelt wird. Die Einwirkung des vergesellschafteten Individuums bezieht sich notwendigerweise auf andere Individuen, es lässt sich somit von einem Machtverhältnis sprechen. Die Verteilung von Macht aber ist ungleich, die Verwirklichung des Individuums als Einwirkung auf andere erfährt somit ihre Schranken. Diejenigen Individuen, die sich nicht verwirklichen (können), leben nicht wirklich, sondern unwirklich – ihr Modus ist die Unwirklichkeit.
Sie sagte schweigend:
Zu zärtlich zur Zeit.
Wollte wenig weichen -
Itzt irre im Irrhaus.
Die Wahnwelt geboren
Das Kind aus dem Schoße
Du hast es weggeworfen!
Weg auf diese Erde
Es schlägt um sich
Wie Wellen wüten
Die Schreie verstummen
Im Innern Zerstörung
Es liegt ganz steril
Blass und geleert
Die Kinder vorüber
Die Starre sie schauen
Des Aaskönigs Kind
Verwest auf der Straße
Das nennen wir Leben
Und atmen gerade.
Auszug aus einem ICQ-Gespräch:
x1(18:56):
Ich hasse Konformismus. Noch mehr hasse ich Anti-Konformismus, der mit sich selbst konform geht, das ist denn umgekehrter Konformismus – die Ideologie des sozialen Aufstiegs.
x1(18:57):
Ich glaube das ist des Rätsels Lösung warum heute Subversion konform ist.
x2(18:59):
kannst du mir das genauer erläutern?
x1(18:59):
Nachdem ich den Müll rausgebracht habe.
x2(18:59):
ok
x1(19:20):
Eigentlich ist das nur eine Reformulierung unserer „Absorptionstheorie“, also dass das gesellschaftliche Ganze die Individuen integriert, Subversion in konforme Bahnen lenkt – nur eben dialektisch gewendet: Auflehnung gegenüber dem Ganzen schlägt in Fügung um. Mein Bruder z.B. hat mir gerade erzählt, als ich ein Buch über Neonazis bei ihm gesehen habe, dass sie in der Schule viel zu dem Thema machen. Nun kann das nur eine individuelle Besonderheit des Lehrers sein, aber ich habe die Vermutung, dass sich die Bewusstseinsindustrie ernsthaft Gedanken macht, wie man die Halbgebildeten vor solcher Neonazifizierung schützt, „Präventivarbeit“. Mir kommt mittlerweile die ganze Geschichte der Subversion nur noch als eine Sozialtechnik vor, die Individuen distinguieren sich voneinander, diese Distinktion differenziert sich aus. Schau dir die halblinken Bildungsbürger an, die semiakademischen Antideutschen. Bildung, wie Adorno sagte, sei nichts Anderes als Differenz. Es geht um Feinheiten in einer symbolischen Ordnung und in dieser darin definierten Struktur bewegen sich die Individuen, „schreiben sich ihr soziales Verhältnis“ halbbewusst ein und gehen später daraus eingerichtet und geprägt hervor, wenn sie „sesshaft“ werden. Die, die dann „noch mit 40 Kommunisten sind“, statt mit 20er Herzens, sind die, die den Knall nicht gehört haben oder „ihren Kommunismus“ nützlich zur Selbstbehauptung im Kapitalismus noch zu nutzen verstehen. Das ist das notwendig falsche Bewusstsein des sozialen Aufstiegs, das das falsche Ganze verklagt. Deswegen auch der Argwohn der „Proleten“ gegen sie, deswegen die Kluft zwischen Studenten und Arbeitern.
x2(19:25):
ja, die zukunft des durchschnitts-antifa ist die sozialarbeit
x1(19:25):
Genau.
x2(19:25):
aber viele eignen sich das subversive bewusstsein erst gar nicht an
x1(19:25):
Mitmachen.
x2(19:26):
kucken, wo man bleibt
x1(19:26):
Mitmachen ist übrigens auch das, was die Antifa-Leute vordergründig wollen.
x2(19:27):
ja, aber es ist ein exklusives mitmachen
x1(19:27):
Ich glaube nicht weniger exlusiv als der Freundeskreis in der Dorfdisko.
*nicht mehr
x2(19:28):
ja, das sagte auch mal kurz
die antifa veröde in einer skundären idotie des landlebens
x1(19:29):
Aber echt.
x1(19:47):
Ich will dir dafür ein Beispiel liefern.
x2(19:47):
bitte
x1(19:47):
Am Samstag, den 2. April 2005, einen Tag nach dem 60. Jahrestag der Befreiung von Neuhof, Fulda und anderen deutschen Käffern durch die US-Army, demonstrierten etwa 60 Antifaschistinnen gegen den antisemitischen Konsens in der Dorfgemeinschaft von Neuhof […]
Flugblatt zur Demonstration „Tag der Besatzung von Neuhof feiern!“ in Neuhof am 2.4.2005
Auszug aus dem Flugblatt:
x1(19:48):
„Der Gedanke, dass nach diesem Krieg das Leben ‚normal‘ weitergehen oder gar die Kultur ‚wiederaufgebaut‘ werden könnte – als wäre nicht der Wiederaufbau von Kultur allein schon deren Negation –, ist idiotisch. Millionen Juden sind ermordet worden, und das soll ein Zwischenspiel sein und nicht die Katastrophe selbst? Worauf wartet diese Kultur eigentlich noch?“ (Th. W. Adorno)
Gegen Neuhof und den völkischen Wahn!
Für den Kommunismus!
Bündnis gegen Antisemitismus Rhein-Main, Sinistra! Frankfurt, [aae] Marburg März 2005
x2(19:50):
jaja, die konkreten kämpfe…
x1(19:51):
60 Leute.
Gegen die Volksgemeinschaft.
Große Phantasieleistung.
x2(19:53):
und dann immer dieses „für den kommunismus“ – kann man das essen?
x2(19:54):
adorno würde sagen, der begriff wird „aufgespießt“
x1(19:55):
Einfach nur noch absurd.
x2(19:59):
ja, bei der nächsten revolution jagen wir als erste die linken übers schaffott
wie bei allen revolutionen^^
Schweigen.
Zu Adorno
Der Kalte Krieg ist vorbei. Die Dialektik ist nicht mehr im Gespräch. Der Marxismus ist tot. Was bewegt einen Menschen heute noch dazu eine Dialektik der Aufklärung zu lesen? Im 21. Jahrhundert wird diese „große Erzählung“ einer gesellschaftskritischen Tradition zur Archäologie einer Minorität im Intellektuellenghetto. Es bedarf schon eines adornitischen Charakters, um diese Philosophie begrifflich zu durchdringen und sich in sie zu versinken. Zeile für Zeile entziffert dieser Archäologe eine düstere Welt, die Wort für Wort in Staunen versetzt und doch zugleich schwermütig ihn hinterlässt. Es gibt kein Entrinnen: Die Totalität kennt so wenig Erbarmen wie die Aufklärung selbst. Selten wurde der Industrialismus des 20. Jahrhunderts so eindrucksvoll, weil bedrückend, formuliert. Einzig stellt sich die Frage: Was wäre bloß die heutige Welt vor Adorno? Und weiterführend: Welchen Sinn würde eine Kritische Theorie des 21. Jahrhunderts erfüllen? Ist sie überhaupt noch ohne Hegel und Marx zu denken? Jeglicher Versuch der Reanimation der Kritischen Theorie heute verharrt in Reproduktion und Immanenz derjenigen des 20. Jahrhunderts. Die Totalität, die in der Dialektik der Aufklärung entfaltet wird, scheint zugleich in sich abgeschlossen und will es doch nicht sein. Dialektik bei Adorno könnte in der Tat nur „philosophische Fragmente“ dulden, sie möchte eigentlich vehement mitgedacht, weitergedacht werden. Doch wo soll damit heute angefangen werden? Es gleicht dem Versuch dem alten Ägypten Leben durch archäologische Rekonstruktion einzuhauchen. Adorno vermochte Hegel in seiner Zeit zu denken, doch wie Adorno mit dem Heute denken? Dies Denken heute ist vornehmlich tot, es liegt in den Museen des Diskurses – und bringt kein Geld ein, die Dialektik der Aufklärung wehrt nämlich sich gegen Verwertung, Popularisierung und Vernutzung und damit Ausnutzung. Dem unvorbelasteten Geist im 21. Jahrhundert muss diese große Erzählung wie eine Gruselgeschichte daherkommen, die immer schon droht unverstanden zu bleiben. Sie forstet so gründlich in der Vergangenheit, dass eigentlich der Wille zu einer neuen Zukunft als Resultante der Lektüre drängt. Und doch, ist diese Zukunft vollständig affiziert mit den Assoziationen der Kritischen Theorie, sie ist lebendiger, als die Diagnostiker des gegenwärtigen Zeitgeistes ihr je attestieren könnten. Und doch, bleibt sie eine Veranstaltung für Odysseus, für die Ruderer muss sie unerhört bleiben. Die Dialektik der Aufklärung zerbricht sich selbst, muss sich selbst Feind sein, um ihren Vorsatz der kritischen Reflexion noch einzulösen. Damit muss sie für den Geist das Durchgangsmoment sein, wie für den Fotoliebhaber die Wegwerfkamera es immer war, um ein Bild der Aufklärung zu erhalten, von diesem sich aber nicht gefangen nehmen zu lassen. Vielleicht ließe sich dann der Dialektik von Adorno widersprechen, ohne unter sie zu fallen, und zugleich der Kulturindustrie ihre Aktualität nur nochmals bestätigen.


